Heimtrainer für Senioren: Test & Vergleich 05/2021

Viele noch rüstige Senioren möchten dem altersbedingten Muskelabbau durch Training entgegentreten. Die Frage ist aber, welche Art Heimtrainer für Senioren geeignet ist. Die Bedürfnisse älterer Menschen werden bei vielen Geräten nicht berücksichtigt.

Bei den meisten Herstellern sind eher jüngere Menschen die Adressaten. Dementsprechend sind die angebotenen Trainingsgeräte oft für Senioren ungeeignet.

Welche Features sollten Heimtrainer für Senioren aufweisen?

Zunächst einmal sollten Heimtrainer für Senioren standfest und solide gebaut sein. Sie sollten einen tiefen Einstieg aufweisen. Außerdem sollten sie der schrumpfenden Körpergröße gerecht werden.

Schon mit dem Aufbau manches Heimtrainers dürfen viele ältere Menschen Probleme haben. Die meisten Geräte sind schwer und kompakt. Ein einfacher Aufbau ist für einen Heimtrainer für Senioren notwendig. Dazu gehört auch eine leicht verständliche Aufbauanleitung in größerer Schrift.

Die Sitz oder Stehfläche an einem Heimtrainer für Senioren sollte besonders stabil sein. Rutschfeste Handgriffe sind genauso nützlich wie Trainings-Computer mit größerer Schrift. Eine CD mit Trainingsvideos kann hilfreicher sein als ein Link zu einem Online-Portal. Zudem sollten die Übungen gut beschrieben werden.

Ideal wäre es, wenn Online-Portale für Senioren Tests oder Kundenbewertungen für seniorengerechte Heimtrainer sammeln. Die Erfahrungen von Nutzern aus derselben Altersgruppe sind besonders interessant. Unabhängig von der Art des Heimtrainers sind zwei Kriterien bei allen Heimtrainern relevant.

Senioren legen auf leichte Bedienbarkeit Wert. Dazu gehört die Nutzung des Heimtrainers. Auch die Bedienung der Trainingscomputer sollte altersgerecht einfach sein. Außerdem sollte der Heimtrainer ergonomische Qualitäten haben. Er sollte auch bei eingeschränkter Beweglichkeit nutzbar sein.

Welche Arten von Heimtrainer für Senioren kommen infrage?

Derzeit sind viele neue Trainingsgeräte zu finden. Dadurch können sich alte Menschen kaum noch einen Überblick verschaffen. Doch für ältere Menschen sind vor allem die altbekannten Klassiker an Firnessgeräten geeignet. Für das Training im Alter jenseits der sechzig sind folgende Geräte geeignet:

  • ein Fahrradergometer mit tiefem Einstieg
  • ein Liege-Ergometer
  • ein Laufband
  • ein Bewegungstrainer
  • ein "Balance Board" für das Gleichgewichtstraining
  • oder ein Vibrationstrainer für die Tiefenmuskulatur.

Viele Heimtrainer für Senioren eignen sich für altersgerechtes Cardio-Training. Daher sind sie im Bereich Ausdauersport oder Reha-Sport nutzbar.

Fahrradergometer

Ein Fahrradergometer sollte mit einem tiefen Einstieg ausgestattet sein. Ein tiefer Einstieg von 35 Zentimetern erleichtert das Aufsitzen. Ein leicht bedienbarer Trainingscomputer mit Hintergrundbeleuchtung und LED-Anzeige sollte ebenfalls vorhanden sein. Mittels eines Brustgurtes kann die Herzfrequenz überwacht werden.

Liegeergometer

Liegeergometer sollten im Wesentlichen dieselben Funktionen haben. Hier kann jedoch die Pulsmessung über einen Brustgurt oder die Handgriffe vorgenommen werden. Die maximal gewünschte Herzfrequenz kann bei manchen Trainingsgeräten vorgegeben werden. Wenn diese erreicht wird, fährt das Trainingsgerät den Tretwiderstand herunter. Zu empfehlen sind Liegeergometer mit ergonomischem Sitz, höhenverstellbarer Lehne und Lordose-Unterstützung.

Laufband

Um ein Laufband zu nutzen, sollten ältere Menschen Lauferfahrungen mitbringen. Sie können beispielsweise durch Walking oder Joggen geübt sein. Für ältere Menschen sind Laufbänder mit großer und breiter Lauffläche nötig. Die Lauffläche sollte mit Stoßdämpfern und einem Dämpfungssystem ausgestattet sein.

Zur Ausstattung sollten links und rechts solide Haltegriffe gehören. Durch ausreichend viele Lauf- und Gehprogramme kann sportliche Langeweile vermieden werden. Die LED-Anzeige im Trainingscomputer sollte gut lesbar sein.

Bewegungstrainer

Mit einem Bewegungstrainer kann auch bei Bewegungseinschränkungen ein sanfter Trainingseinstieg gelingen. Bewegungstrainer bestehen aus zwei Pedalen. Diese sind an einem soliden Korpus befestigt. Das kompakte Trainingsgerät kann auf einem Tisch oder am Boden platziert werden.

Mittels solcher Bewegungstrainer können auch bewegungseingeschränkte Senioren ihre Bein- und Armmuskulatur trainieren. Positiv: Für altersbedingt geschwächte Senioren wird ein Heimtraining mit einem motorgestützten Bewegungstrainer möglich.

Gleichgewichtstrainer

Der Gleichgewichtstrainer bietet ebenso gute Trainingsmöglichkeiten. Als Heimtrainer für Senioren kann der "Balance-Trainer" hohen Nutzen haben. Beim Gleichgewichtstraining geht es darum, auf einem "Balance Pad" oder "Wackelbrett" das Gleichgewicht zu halten.

Nur bei ausreichend gutem Gleichgewichtssinn sind "Wackelbretter" empfehlenswert. Bei Schwindel oder anderen Gleichgewichtsproblemen eignen sich die "Balance Pads" besser.

Vibrationstrainer

Beim Training der Tiefenmuskulatur ist ein Vibrationstrainer hilfreich. Dabei stellt sich der Nutzer auf eine vibrierende Platte. Dort führt er leicht zu bewältigende Übungen aus. Dank der Vibrationen wird dabei die tiefer gelegene Stützmuskulatur gestärkt. Die Stützmuskulatur übernimmt im Alter eine schützende Wirkung.

Viele Vibrationstrainer bieten mehrere Programme. Manche sind bereits voreingestellt. Andere können individuell zusammengestellt werden. Vorteil: Auch ungeübte und sportlich untrainierte Senioren können solche Heimtrainer problemlos nutzen.

Heimtrainer für Senioren: Vor- und Nachteile

Manche älteren Menschen möchten sich Zuhause sportlich betätigen. Beim Kauf von Fitnessgeräten sollten sie auf ihre altersbedingten Einschränkungen Rücksicht nehmen. Auch das Alter selbst ist zu berücksichtigen.

Mittlerweile finden sich am Markt auch altersgerechte Heimtrainer für Senioren. Oftmals bieten diese Trainingsgeräte Cardio-Programme. Sie kräftigen die Muskulatur oder haben Konditionsverbesserungen zum Ziel.

Vorteile

  • flexibel terminierbares Training in den eigenen vier Wänden
  • individuell einstellbare Trainingsfrequenz
  • Berücksichtigung der Tagesform
  • Verzicht auf längere Fahrten zum Fitnesscenter
  • Trainings-Genuss durch Unterhaltung (Musik, TV) beim Training
  • abwechslungsreiches Training mit mehreren Geräten
  • sowie eine Unabhängigkeit von Vereins-Mitgliedschaften.

Nachteile

  • ermöglichen nur ein Einzeltraining
  • verhindern ein gemeinsames Training mit anderen
  • beinhalten das Fehlen eines motivierenden oder korrigierenden Trainers
  • fallen durch einen komplizierten Aufbau der Heimtrainer auf
  • erfordern relativ viel Platz, der oft nicht gegeben ist
  • beinhalten ein relativ hohes Verletzungsrisiko
  • und haben einen hohen Anschaffungspreis.

Plus- und Minuspunkte sollten vor der Anschaffung eines Trainingsgerätes gegeneinander abgewogen werden. Das gilt insbesondere, wenn Kinder oder Enkel einem älteren Verwandten einen Heimtrainer für Senioren schenken möchten. Von jüngeren Verwandten werden die Bedürfnisse alter Menschen und die Verletzungsrisiken oft unterschätzt.


Nicht geeignet für folgende Senioren

Gebrechliche Senioren sind keine geeigneten Kandidaten, um Heimtrainer für Senioren zu nutzen. Die Gefahr eines Unfalls durch Schwindel oder Koordinationsprobleme ist zu groß. Auch bestimmte Vorerkrankungen schließen Fitnesstraining aus. Ein Beispiel für solche Vorerkrankungen ist Osteoporose.

Nach bestimmten Vorerkrankungen sollte man zweimal überlegen, bevor ein Heimtrainer für Senioren angeschafft wird. Bei folgenden Erkrankungen sollte der Kauf eines Heimtrainers für Senioren mit dem Hausarzt besprochen werden: bei Herzerkrankungen, nach künstlichen Gelenkersatz-Operationen und bei Diabetes.

Bei Vorliegen einer Herzerkrankung sollten sportliche Anstrengungen nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Ein leichtes Cardio-Training ist möglich. Doch der Betroffene sollte dabei nie alleine gelassen werden. Medizinische Notfälle sind nicht auszuschließen.

Nach kürzlich erfolgten Gelenkoperationen sollte das Training nie ohne Rücksprache mit dem behandelndem Arzt aufgenommen werden. Gleiches gilt nach dem Einbau künstlicher Gelenke. Manche Heimtrainer für Senioren sind ungeeignet für Menschen mit Gelenkersatz.

Bei Diabetikern kann Fitnesstraining den Blutzuckerspiegel entgleisen lassen. Diabetiker müssen genau berechnen, wann sie Kohlenhydrate aufnehmen. Sie sollten wissen, ob und wann sie trainieren können. Moderate Bewegungsarten wie Wandern oder Walken sind generell vorteilhafter. Der Blutzuckerspiegel sollte beim Sport stabil bleiben.

Auch das Vorliegen von Osteoporose kann gegen die Anschaffung eines bestimmten Heimtrainers für Senioren sprechen. Moderates Krafttraining ist aber oft nützlich. Oftmals verursachen nicht passgerecht ausgewählte Trainingsgeräte mehr Schaden als Nutzen. Jedes sportliche Training muss sorgfältig geprüft und abgesprochen werden.

Kosten eines Heimtrainers für Senioren

Mehrere Paramatern beeinflussen den Preis von Fitnessgeräten. Vor allem ist die Geräteart entscheidend. Sie definiert den Anschaffungspreis. Bewegungstrainer, Wackelbretter oder Balance Pads sind relativ preiswert zu haben. Solche Sportgeräte sind schon ab 50 Euro aufwärts zu finden.

Altersgerechte Laufbänder oder für Senioren geeignete Fahrradergometer kosten deutlich mehr Geld. Hier kommen leicht mehrere tausend Euro an Investitionskosten zusammen. Wichtig ist, dass das angeschaffte Trainingsgerät tatsächlich altersgerecht ist. Es sollte ausreichend sicher sein.

Wann sollte man besser verzichten?

Eine bestimmte Altersgrenze lässt sich leider nicht benennen. In der Regel erkennen die meisten Senioren, ab wann ein Heimtrainer für Senioren keine sinnvolle Anschaffung mehr ist.

Manche Senioren sind sporterprobt. Daher sind sie auch mit 80 Jahren noch rüstig. Andere Menschen sind wegen ihrer Vorerkrankungen schon mit 70 Jahren deutlich gebrechlicher. Dann können bereits häufige Schwindelattacken gegen manche Heimtrainer für Senioren sprechen.

Training im Sitzen

Viele Trainingsarten sind durchaus im Sitzen machbar. Das gilt für Fahrradergometer oder Liegerad-Trainer. Auch Vibrationstrainer haben Sitzmöglichkeit. Bei Bewegungstrainern mit Sattel ist sitzendes Training kein Problem.

Alte Menschen können häufig nicht länger stehen. Sie haben oft Rückenschmerzen. Viele sind aber sonst ausreichend fit. Hier bietet sich eines der eben genannten Sitz-Trainingsgeräte an.

Was ist über Mini-Heimtrainer für Senioren zu sagen?

Kleine oder faltbare Heimtrainer für Senioren sind meistens geeignet. Sie sind oft leichter und kompakter. Außerdem sind sie flexibel einsetzbar. Sie sind kostengünstig in der Anschaffung. Infrage kommen Sitzstepper sowie Bewegungstrainer oder Vibrationstrainer. Jedoch sind nicht alle kompakten Trainingsräte gleichermaßen hochwertig.

Viele preiswerte Trainingsgeräten sind bei Discountern wie Aldi, Lidl oder Kaufland zu finden. Die meisten der dort angebotenen Kompakt-Trainingsgeräte sind jedoch nicht speziell auf die Bedürfnisse von Senioren ausgerichtet. Der Mangel an altersgerechter Ausstattung spricht oft gegen einen Kauf.

Dennoch sind die dort angebotenen Sitzergometer oder Laufbänder meist erfreulich hochwertig. Wer unsere Kaufberatung verinnerlicht hat, erkennt die kritischen Punkte. Er kann die Angebote daraufhin überprüfen.