Brustgurt: Test & Vergleich 09/2021

Brustgurte sind eine gute Investition, wenn man sein Training effektiver und effizienter gestalten möchte.

Sie erlauben einen präzisen Blick auf die Herzfrequenz und ermöglichen somit eine optimale Gestaltung des Trainings.

Welche unterschiedlichen Modelle es gibt und auf welche Kriterien man beim Kauf achten sollte, erklärt dieser Beitrag.

Die besten Brustgurte

Für welche Sportarten eignet sich der Brustgurt?

Grundsätzlich ist der Brustgurt für sämtliche Sportarten geeignet. Besonders häufig kommt er aber in verschiedenen Ausdauersportarten zum Einsatz.

Dort liefert er verlässlich genaue Daten zur Herzfrequenz und ist durch seine Bauweise praktischer und weniger störend als viele andere Pulsmessgeräte.

Natürlich sind Brustgurte auch bei anderen Sportarten, wie zum Beispiel beim Kraftsport, verwendbar.

Es gibt sie in verschiedenen Modellen, wobei manche speziell an die Anforderungen einer bestimmten Sportart angepasst sind.

Das ist vor allem dann relevant, wenn man den Gurt beim Schwimmen nutzen möchte.

Wie funktioniert ein Brustgurt?

Ein Brustgurt besteht im Grunde genommen aus 2 Komponenten: dem eigentlichen Gurt und der Sendeeinheit.

In Letzterer sind 2 Elektroden verbaut, welche auf der Brust liegen, um Kontakt zu der Haut zu haben.

Regelmäßige elektrische Impulse steuern den Herzschlag. Diese breiten sich über das Herz aus und sind auch auf der Haut messbar.

Die beiden Elektroden des Brustgurtes verstärken und messen dieses Signal. Damit das gut funktioniert, muss die Haut unter den Elektroden leicht befeuchtet sein, um den Widerstand der Haut zu verringern.

Während des Trainings geschieht dies auf natürliche Weise durch die Bildung von Schweiß. Vor dem Training sollte man die Haut selbst mit etwas Wasser befeuchten, um von Beginn an genaue Daten zu bekommen.

In der Sendeeinheit befinden Mikroprozessoren, welche die gemessenen Daten sammeln und daraus die Herzfrequenz berechnen.

Sie übermittelt die Daten direkt an andere verbundene Geräte (z. B. Pulsuhr) und/oder sammelt sie auf einem integrierten Speicher.

Warum ist ein Brustgurt sinnvoll?

Die gesammelten Daten des Brustgurtes geben an, wie intensiv man trainiert. Je höher die Herzfrequenz ist, desto mehr ist der Körper angestrengt.

Die Herzfrequenz ist dabei der beste Indikator für körperliche Leistung. Mithilfe dieser Daten lässt sich die Trainingsintensität sehr gut steuern.

Zusätzlich kann man so Fortschritte besser erkennen, was einen zusätzlichen Motivationsschub mit sich bringt.

Beim Lauftraining lässt sich zum Beispiel der beste Trainingseffekt in einem bestimmten Pulsbereich erreichen.

Dank der Daten des Brustgurtes kann man diesen Bereich aktiv ansteuern. Andernfalls kann es passieren, dass man entweder zu intensiv oder nicht intensiv genug trainiert und weniger Fortschritte macht.

Der Ruhe- und Maximalpuls

Um den optimalen Trainingspuls zu kennen, benötigt man seinen Ruhe- und seinen Maximalpuls. Diese beiden Herzfrequenzzonen sind mithilfe des Brustgurtes ermittelbar.

Der Ruhepuls lässt sich in Momenten ermitteln, in denen man nicht körperlich angestrengt ist. Bei gesunden Erwachsenen liegt dieser Wert etwa zwischen 60 und 80 Schlägen pro Minute.

Je besser der Körper trainiert ist, desto niedriger ist der Ruhepuls. Bei sehr gut trainierten Personen kann dieser Wert deshalb auch bei unter 60 Schlägen pro Minute liegen.

Die maximale Herzfrequenz erreicht man in Momenten maximaler körperlicher Belastung. Wie auch der Ruhepuls, unterscheidet sich der maximale Puls von Mensch zu Mensch.

Er ist von vielen Faktoren, wie beispielsweise dem Alter, dem Trainingszustand und dem Geschlecht, abhängig.

Es existieren auch wissenschaftliche Formeln zur ungefähren Berechnung des Maximalwertes. Eine dieser Formeln lautet:

  • für Männer: 223-0,9*Alter=Maximalpuls
  • für Frauen: 226-0,9*Alter=Maximalpuls

Der optimale Trainingspuls

Der optimale Trainingspuls liegt zwischen dem Ruhe- und dem Maximalpuls. Wer diesen Wert während des Trainings konstant halten kann, macht schneller Fortschritte.

Die Ausdauer entwickelt sich dabei am besten, wenn der Trainingspuls 65 bis 80 Prozent des maximalen Pulses beträgt.

Je nachdem, welches Trainingsziel (z. B. Fettverbrennung oder Aufbau von Ausdauer) man hat, unterscheidet sich der optimale Trainingspuls.

Vorteile eines Brustgurtes

Der größte Vorteil von Brustgurten liegt bei der sehr exakten Messung der Herzfrequenz. Die Messung ist hier deutlich genauer (ähnlich wie bei einem EKG) als bei Sportuhren, welche den Puls optisch messen.

Mit diesen genauen Daten kann man den Puls während des Trainings kontrollieren und so den Trainingseffekt maximieren.

Zudem bieten verschiedene Apps die Möglichkeit, Statistiken und Leistungsprofile zu erstellen, mit denen man seine Fortschritte sichtbar machen kann.

Nachteile eines Brustgurtes

Der Nachteil eines Brustgurtes ist, dass nicht jedes Modell bequem sitzt, weshalb man beim Kauf gut auf die Passform achten sollte.

Zudem benötigt man ein Smartphone oder eine Pulsuhr, um die Herzfrequenz während des Trainings in Echtzeit sichtbar zu machen. Nicht jeder Brustgurt ist allerdings mit allen Geräten kompatibel.

Was kostet ein Brustgurt?

Die Preise für Brustgurte sind abhängig vom Hersteller und vom Modell. Die meisten Brustgurte bekommt man für Preise zwischen 25 und 50 Euro.

Sehr günstige Modelle können auch etwas weniger kosten. Auf der anderen Seite gibt es auch sehr hochwertige Brustgurte die 100 Euro oder mehr kosten.

Günstige Modelle liefern dabei meist weniger genaue Daten und sind weniger langlebig. Zudem sparen die Hersteller dort häufig an der Verarbeitungsqualität, wodurch die Gurte unbequem zu tragen sind.

Deshalb macht es Sinn, wenn man nicht nur auf den Preis schaut. Teurere Modelle haben zudem häufig zusätzliche Funktionen, welche die Nutzungsmöglichkeiten erweitern.

Auf welche Kriterien sollte man beim Kauf achten?

Um bestmöglich von den Vorteilen des Brustgurtes zu profitieren und die Nachteile zu vermeiden, sollte man beim Kauf auf ein paar Kriterien achten.

Dabei spielt es auch eine Rolle, für welche Sportart man den Brustgurt verwenden möchte. Folgende Kriterien sollte man bei der Kaufentscheidung beachten:

Wasserdichtigkeit

Die Wasserdichtigkeit spielt vor allem dann eine Rolle, wenn man mit dem Brustgurt ins Wasser gehen möchte oder ihn auch bei Regen tragen will. Dabei unterscheidet man im Wesentlichen in 3 Kategorien:

  • 3 Bar: Schützt den Brustgurt vor Schweiß und Spritzwasser (z. B. Regen)
  • 5 Bar: Der Brustgurt eignet sich für ruhiges Schwimmen an der Wasseroberfläche.
  • 10 Bar: Der Schutz hält auch beim Schnorcheln oder sportlichen Schwimmen.

Falls man den Brustgurt im Schwimmbad oder im heimischen Gartenpool tragen will, dann muss man beachten, dass die meisten Brustgurte die Chemikalien im Wasser nicht gut vertragen. Deshalb sollte man den Gurt nach jeder Benutzung gut reinigen.

Konnektivität

Grundsätzlich lassen sich Brustgurte in Bezug auf ihre Konnektivität in 3 Kategorien einteilen:

  • Brustgurte für Smartphones: Diese senden die gesammelten Daten direkt an das Smartphone. In der Regel benötigt man dafür eine App, welche die Daten auswertet und darstellt.
  • Brustgurte mit Pulsuhr: Die Sendeeinheit übermittelt hier die Daten direkt an eine mitgelieferte Pulsuhr. Das erlaubt es einem Sportler, den Pulsverlauf während des Trainings in Echtzeit zu verfolgen.
  • Brustgurte, die sich mit anderen Geräten verbinden: Solche Pulsuhren sind in der Lage, sich mit anderen Sportgeräten, wie beispielsweise einem Laufband, zu verbinden. Diese zeigen die Daten in Echtzeit an.

Verwendete Übertragungstechnik

Heutzutage kommen bei den Brustgurten 2 Übertragungsmöglichkeiten zum Einsatz, wobei nicht jedes Modell beide Möglichkeiten anbietet:

  • Bluetooth
  • ANT+

Während Bluetooth bei den meisten Herstellern zum Einsatz kommt, findet man ANT+ nur bei wenigen Modellen.

ANT+ benötigt man, um den Brustgurt mit anderen Sportgeräten (z. B. im Fitnessstudio) zu verbinden.

Bluetooth hingegen ermöglicht eine Verbindung zu Smartphones oder anderen Bluetooth-fähigen Geräten.

Batterielaufzeit

Aktuell benötigen die meisten Brustgurte noch eine Batterie zur Stromversorgung. Akkus findet man dagegen selten und nur in höherpreisigen Modellen.

Die Knopfzellen, die dabei zum Einsatz kommen, halten in der Regel etwa ein Jahr. Danach muss ein Batteriewechsel stattfinden.

Bei den meisten Modellen kann man die Batterie selbst wechseln. Es gibt aber auch wenige Hersteller, die verlangen, dass der Kundendienst den Wechsel der Batterie durchführt.

Das führt zu zusätzlichen Kosten, die man mit einkalkulieren sollte.

Reinigung

Der Brustgurt kommt in der Regel viel mit Schweiß in Kontakt. Damit sich unangenehme Gerüche nicht ausbreiten können, sollte der Brustgurt deshalb leicht zu reinigen sein. Wasserdichte Brustgurte haben hier einen wesentlichen Vorteil.

Bei vielen anderen Brustgurten kann man die Sendestation vom Gurtband trennen, wodurch sich dieses leichter reinigen lässt.

Falls man täglich trainiert, kann es sinnvoll sein, wenn man sich ein zweites Gurtband dazukauft. So braucht man nicht auf den Brustgurt zu verzichten.

Nicht jeder Hersteller bietet allerdings Gurtbänder einzeln an.

Passform und Materialbeschaffenheit

Mittlerweile bestehen die meisten Brustgurte aus einem angenehmen und hautfreundlichen Textilstoff.

Das verringert die Reibung und schützt so die Haut vor Irritationen. Trotzdem sollte man darauf achten, dass das Material eine gute Qualität aufweist.

Neben der Materialbeschaffenheit hat auch die Passform einen großen Einfluss auf den Tragekomfort.

Die Hersteller verwenden dabei meist unterschiedliche Größensysteme. Manche geben die Größe aber auch in der internationalen Konfektionsgröße (XS, M, L, XL) an.

Wichtig ist, dass man den eigenen Brustumfang misst und diesen mit den Angaben der Hersteller vergleicht.

Integrierter Speicher

Wenn man beim Sport nicht zusätzlich noch sein Smartphone oder seine Smartwatch tragen möchte, macht es Sinn, sich einen Brustgurt mit integriertem Speicher zu kaufen.

Das Gerät zeichnet die gesammelten Daten dann während der Betätigung auf, sodass sie sich später beispielsweise am Computer auswerten lassen.

Auch für das Schwimmen eignet sich ein Brustgurt mit integriertem Speicher besser. Denn durch das Wasser kann es zu Verbindungsabbrüchen kommen, wodurch die gesammelten Daten unvollständig sind.

Mit einem integrierten Speicher kann das nicht passieren, wodurch keine Daten verloren gehen.

So legt man einen Brustgurt richtig an

Noch bevor man den Brustgurt anlegt, sollte man entweder die Haut oder die Elektroden mit etwas Wasser befeuchten.

Durch das Wasser verringert sich der Hautwiderstand, was die Messung der Herzströme verbessert. Später sorgt der Schweiß für eine ausreichende Befeuchtung.

Anschließend muss man sicherstellen, dass die Sendeeinheit korrekt am Gurt befestigt ist. Sie könnte sonst herunterfallen, was zu Beschädigungen führen kann.

Der Gurt sollte so anliegen, dass er bei Männern unter dem Brustmuskel und bei Frauen unter dem Brustansatz sitzt.

Er sollte dabei stramm anliegen, damit er beim Sport nicht verrutscht. Das führt sonst zu unangenehmen Hautirritationen.

Gleichzeitig sollte der Gurt aber auch nicht zu fest sitzen. Beim Anlegen sollte man zudem darauf achten, dass die Elektroden flach auf der Haut aufliegen.

Kann man den Brustgurt mit Geräten im Fitnessstudio verbinden?

In den meisten Fällen kann man seinen Brustgurt mit den Fitnessgeräten (z. B. Laufband oder Crosstrainer) im Fitnessstudio verbinden.

Fast alle modernen Fitnessgeräte nutzen mit zunehmender Häufigkeit die Funkstandards ANT+ und Bluetooth.

Ob sich der Brustgurt mit den Geräten verbinden lässt, hängt letztendlich vor allem davon ab, ob der Brustgurt das Signal codiert oder nicht.

Codierte Brustgurte lassen sich nur mit bestimmten Geräten verbinden. Deshalb sollte man beim Kauf diesbezüglich auf die Herstellerangaben achten.

Wie reinigt man einen Brustgurt?

Nach jeder Nutzung sollte man den Brustgurt reinigen. Da er direkt mit Schweiß in Berührung kommt, entstehen sonst unangenehme Gerüche.

Falls man den Brustgurt zudem im Schwimmbad verwendet, können die Chemikalien im Wasser dafür sorgen, dass der Gurt seine Flexibilität verliert.

Für die Reinigung sollte die Sendeeinheit vom Gurt gelöst sein. Anschließend kann man beide Elemente einzeln mit lauwarmen Wasser reinigen.

Falls nötig kann man auch etwas Seife verwenden, sofern diese rückstandsfrei ist. Manche Gurte lassen sich auch in der Waschmaschine mitwaschen. Das unterscheidet sich allerdings von Hersteller zu Hersteller.

Nach dem Waschen müssen der Gurt und die Sendeeinheit trocknen. Erst danach sollte man die Sendeeinheit wieder am Gurt befestigen.

Brustgurt richtig aufbewahren

Für die Aufbewahrung sollte der Brustgurt immer vorher gereinigt und getrocknet sein. Um die Lebensdauer der Batterie zu verlängern, bewahrt man ihn bestenfalls an einem trockenen und kühlen Ort auf. Auch gilt es längere und direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Fazit

Brustgurte sind sinnvolle Hilfsmittel, wenn man möglichst präzise Daten zur eigenen Herzfrequenz während des Trainings haben möchte.

Sie können dazu beitragen, das Training effektiver und effizienter zu gestalten. Durch die Darstellung der Fortschritte fördert der Brustgurt zudem die Motivation.