Gymnastikball: Test & Vergleich 04/2021

Gymnastikbälle kommen in Fitnessstudios, bei der Krankengymnastik und im Sportunterricht zum Einsatz. Die großen leichten Bälle lassen sich zu Hause nutzen, um Abwechslung in das eigene Fitnessprogramm zu bringen. Ein Gymnastikball dient als Hilfsmittel, um bestimmte Übungen auszuführen, und lässt sich zugleich als einziges Sportgerät nutzen. Allein das Sitzen auf dem Ball fordert die Muskulatur und das Balancegefühl.

Der Vorteil eines Gymnastikballs ist bei Übungen für Anfänger oder dem bloßen Gleichgewichthalten der spielerische Charakter. Die zunächst einfach klingende Aufgabe, die Balance zu halten, ist auf einem Ball durchaus anspruchsvoll. Solche Übungen trainieren wichtige Muskelgruppen für den Rücken und die Schultern. Für Sportler eignen sich Gymnastikbälle als Hilfsmittel für das Krafttraining aller Muskelgruppen. Das reicht von Arm- und Bauchtraining bis hin zu der Bein-, Brust- und Rückenmuskulatur.

Varianten von Gymnastikbällen

Gymnastikbälle sind auch unter dem Namen Pezzibälle bekannt. Der Name bezieht sich auf einen italienischen Hersteller. In vielen Fällen umfassen unterschiedliche Bezeichnungen wie Yogaball, Trainingsball, Powerball oder Therapieball das gleiche Hilfsmittel: einen Gymnastikball. Die unterschiedlichen Namen zeigen seine Einsatzgebiete. Sitzbälle beispielsweise sind dafür gedacht, auf ihnen zu sitzen. Sie unterscheiden sich von anderen Gymnastikbällen in ihrer Größe und teilweise in ihrem Material. Ein Sitzball sorgt im Büro oder Arbeitszimmer für eine kurze Abwechslung zum Stuhl. Das beugt Rückenprobleme durch eine einseitige Haltung vor und stärkt die Rumpfmuskulatur.

Ein Gymnastikball lässt sich für kurze Zeit als Sitzball nutzen. Dennoch unterscheiden sich beide Varianten. Ein Gymnastikball ist besonders effektiv bei Übungen, wenn er nachgibt und elastisch ist und so das Balancegefühl fordert. Bälle, die hingegen nur für das Sitzen gedacht sind, bestehen aus Material, das Schwingungen dämpft. Sie stecken in einer Befestigung, um nicht wegzurollen. Wer plant, seinen Bürostuhl mit einem Ball zu ersetzen, achtet am besten darauf, ausdrücklich nach Sitzbällen zu schauen. Wer sich bei der Funktion des Balls nicht festlegen will, wählt ein Produkt, das für beide Formen gedacht ist.

Gymnastikbälle unterscheiden sich je nach Funktion im Material und ihrer Oberfläche. Sie sind im Fitnessbereich nachgiebiger und im Therapiebereich rutschfester oder stabiler. Ihre Oberfläche entscheidet über den optimalen Einsatzzweck. Je strukturierter die Hülle mit Noppen oder Rillen ist, desto weniger leicht rutscht ein Gymnastikball weg. Vor allem Noppen haben zugleich einen massierenden Effekt, der die Durchblutung unterstützt. Glatte Bälle haben den Vorteil, dass sie leichter zu reinigen und weniger anfällig für Verschmutzungen sind. Sie eignen sich für das tägliche Training oder als Sitzball mit entsprechender absichernder Befestigung, um ein Wegrutschen zu verhindern. Vor allem Sitzbälle haben teilweise Stoffbezüge. Sie gestalten das Sitzen auf dem Ball angenehmer und sind optisch stilvoller als Gymnastikbälle aus Kunststoff.

Für wen und was sind Gymnastikbälle geeignet?

Ein Gymnastikball lässt sich problemlos in den Alltag integrieren und als ein kleines Stärkungsprogramm für den Rücken nutzen. Das regelmäßige Sitzen auf dem Ball stärkt die Rückenmuskulatur, da er das Gleichgewicht fördert und Konzentration beansprucht. Dadurch müssen die einzelnen Übungen nicht einmal anstrengend sein und helfen dennoch bei der körperlichen Fitness und Entspannung. In der Physiotherapie und Geburtsvorbereitung kommen Gymnastikbälle vor allem bei der Rückenschule zum Einsatz. Der Schulunterricht zeigt, dass die Bälle vielfältige unterhaltsame Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung bieten. Neben Fitness und Sport gibt es Übungen, bei denen der Gymnastikball als Musikinstrument dient.

Muskeln stärken mit einem Gymnastikball

Ein Gymnastikball eignet sich für das Training aller Muskelgruppen und für Einsteiger wie Profis gleichermaßen. Die Vielfalt an Fitnessübungen geht über bloße im Sitzen durchgeführte Bewegungen hinaus. Auf ihn lassen sich die Arme, Beine oder Rücken abstützen, um Planks, Crunches oder eine Brücke durchzuführen. Er lässt sich zugleich als Gewicht bei Kniebeugen und Haltungsübungen nutzen. Im Fitnessstudio bieten Kurse mit einem Gymnastikball über die Rückenbildung hinaus sogenanntes Core-Training an, um die Körpermitte zu stärken.

Anfänger starten am besten mit einfachen Übungen, die das Ziel haben, die Balance zu stärken. Die wichtigste Übung ist zuerst das Sitzen auf dem Ball mit den Füßen auf dem Boden. Schritt für Schritt lässt sich die Schwierigkeit steigern. Zunächst lassen sich die Füße anheben und im nächsten Abschnitt die Arme und Beine bewegen. Das Halten der Balance fordert die Rumpfmuskulatur, die sich aus Bauch-, Rücken- und Beckenmuskulatur zusammensetzt. Mit steigender Erfahrung lassen sich unterschiedliche Übungen auf dem Ball ausprobieren. Für Anfänger empfehlen sich regelmäßige Übungseinheiten, die bis zu dreißig Minuten dauern. Auch das einfache Hinsetzen und wieder Aufstehen vom Ball ist eine effektive Übung. Sie stärkt die Koordination und regt die Durchblutung an.

Ein Pluspunkt des Trainings mit einem Gymnastikball ist, dass es die Tiefenmuskulatur fordert. Dadurch, dass neben der eigentlichen Übung der Ball zugleich das Balancegefühl anspricht und nachgibt, sind die Bewegungen sorgfältiger auszuführen. Je nach Position sind die tieferen Muskeln ständig an der Durchführung der Bewegung beteiligt, um die Stabilität abzusichern. Sportler und trainierte Menschen führen mit einem Gymnastikball Übungen in verschiedenen Winkeln aus und trainieren mit steigender Schwierigkeit alle Muskeln. Vor allem klassische Kraftübungen wie Sit-ups oder Liegestütze steigen in ihrem Schwierigkeitsgrad auf einem Gymnastikball, der zugleich Gleichgewicht einfordert.

Gymnastikbälle für Kinder

Für Kinder ist ein Gymnastikball kein Sportgerät, sondern ein Spielzeug. Dementsprechend vielseitig lässt er sich einsetzen. Eigentlich nicht dafür gedacht, lassen sich die Bälle auch werfen und schießen. Durch ihre Größe ist es ratsamer, sie für solche Spiele nur im Außenbereich einzusetzen. Hüpfbälle mit einer Haltevorrichtung zählen zu den Gymnastikbällen und machen Spaß, vertreiben Langeweile und stärken zugleich die Koordination.

Für Kinder gibt es auch Sitzbälle, auf die sie zur Abwechslung sitzen. Im Vergleich zu Gymnastikbällen für Erwachsene sind die Bälle für Kinder kleiner. Bei Sitzbällen für Kinder ist vor allem auf die richtige Größe zu achten. Eine falsche Größe führt zu unbequemen oder fehlerhaften Haltungen. Grundsätzlich ist zu beachten, dass ein Sitzball nicht die einzige Sitzmöglichkeit sein sollte.

Gymnastikball als Bürostuhl?

Ein Sitzball lockert auf. Vor allem bei sitzenden Tätigkeiten sind der Rücken und die Schultern gefordert. Anspannungen und falsche Haltungen zeigen sich erst am Abend durch Schmerzen und auf Dauer führt ein unbequemer Stuhl zu Haltungsschäden. Wer täglich seine Arbeit sitzend verrichtet, sorgt am besten für kleine Bewegungspausen, um den Rücken zu entlasten und zu bewegen. Ein Sitzball bietet im Vergleich zu Stühlen mehr Bewegungsfreiheit. Das Wechseln der Sitzposition hilft dem Rücken. Auf einem Sitzball bleibt der Körper unbewusst in Bewegung, um die Position zu stabilisieren. Ist ein Sitzball ins Büro gezogen, lässt er sich für auflockernde Übungen verwenden. So lässt sich mehr Bewegung in den Alltag integrieren oder kleine, die Konzentration fördernde Pausen einlegen.

Zu langes Sitzen auf einem Ball ist laut Sportwissenschaftlern und Ärzten nicht zu empfehlen. Im schlimmsten Fall könne das zu Rückenproblemen führen. Als Richtlinie für unerfahrene Sitzball-Nutzer gelten fünfzehn bis dreißig Minuten am Tag. Wer mit der Zeit Gefallen am Sitzball findet, dehnt diese Zeit aus. Am besten ist, nach etwa einer Stunde Sitzen auf einem Ball wieder zu einem klassischen Bürostuhl zu wechseln. Personen mit vorhandenen Rückenproblemen klären zunächst mit den behandelnden Ärzten oder Physiotherapeuten, ob ein Sitzball geeignet ist.

Gymnastikball für Schwangere

Die positiven Auswirkungen auf die Rücken- und Bauchmuskulatur machen Gymnastikbälle auch für Schwangere interessant. Sie erleichtern für Schwangere ein Training, da sie nicht erfordern, auf den Boden zu gehen. Mit den passenden Übungen trainieren Schwangere auf einem Gymnastikball den Beckenboden und Rücken. Sie stärken damit die Muskeln, die vor allem bei der Geburt im Einsatz sind. Ein Gymnastikball lässt sich während der Schwangerschaft als Sitzball umnutzen, da er weich ist und mehr als ein Stuhl nachgibt. Später mit einem Baby beruhigen und entspannen die leichten Wippbewegungen, sodass er auch nach der Schwangerschaft weiterhin praktisch ist.

Was ist bei der Nutzung von Gymnastikbällen zu beachten?

Auf dem Ball finden die Übungen im Liegen, Hocken oder Sitzen statt. Daher ist es wichtig, die Unfallgefahr durch Wegrutschen zu minimieren. Gerade für Einsteiger ist es ratsam, den Ball zuerst zu fixieren, damit er bei falschen Bewegungen nicht wegrutscht. Je nach Übungen helfen Ballschalen oder eine Wand, um den Ball auf seiner Position zu halten. Bei einem Gymnastikball und sportlichen Einheiten empfiehlt sich das Tragen bequemer und nicht rutschiger Kleidung. Viele Bewegungen lassen sich nicht richtig ausführen, wenn die Beine oder der Oberkörper durch die Bekleidung vom Ball rutschen.

Bei der Benutzung eines Gymnastikballs ist nicht nur dessen richtige Größe entscheidend, sondern auch seine Nachgiebigkeit. Je weniger prall der Ball aufgepumpt ist, desto mehr Stabilität verspricht er. Bei der ersten Benutzung empfehlen Hersteller, den Ball zuerst nicht völlig aufzupumpen, da sich das Material erst dehne. Da viele Gymnastikbälle aus Kunststoff bestehen, ist es ratsam, sie bei Erhalt zunächst an die Raumtemperatur gewöhnen zu lassen. Nach einem Tag lässt sich der Ball seinem Zweck entsprechend aufpumpen. Bei Sitzbällen ist es besser, sie nicht vollständig aufzupumpen, um sie weicher zu machen. Bei Fitnessübungen steigern prall aufgepumpte und harte Gymnastikbälle die Effektivität der Übungen, da sie mehr Balance und Haltung fordern.

Je nachdem, wie intensiv der Ball genutzt wird, empfiehlt sich eine regelmäßige Reinigung. Am besten eignet sich dafür ein feuchtes Tuch ohne weitere Reinigungsmittel. Alkoholhaltige Putzmittel trocknen beispielsweise die Oberfläche aus und machen den Ball porös.

Den passenden Gymnastikball wählen

Wer sich einen Gymnastikball anschafft, beachtet am besten folgende Faktoren, um den richtigen Ball für den gewünschten Zweck zu finden:

  • Größe
  • Material
  • Funktion
  • Belastbarkeit
  • Zusätzliche Ausstattung wie Ballschale oder Pumpe

Die Größe ist abhängig von dem Zweck, für den der Gymnastikball gedacht ist. Zusätzlich ist zu bedenken, dass der Ball nicht nur eine gewisse Höhe erreicht, sondern auch eine Breite. Ist der Gymnastikball aufgepustet, nimmt er einigen Raum ein. Dementsprechend ist sich vor dem Kauf die Frage zu stellen, ob im Haus oder in der Wohnung genügend Platz ist. Gymnastikbälle, die speziell für das Training gemacht sind, eignen sich nicht als dauerhafte Sitzbälle. Wer keinen und nur begrenzten Platz hat, aber das Training mit Bällen reizvoll findet, greift auf Alternativen zurück. Dazu gehören beispielsweise wesentlich kleinere und leichter verstaubare Faszienbälle oder Ballkissen.

Die Belastbarkeit eines Gymnastikballes ist ein weiterer wichtiger Faktor. Wer auf dem Ball nur sitzt, belastet diesen weniger als beim Sport. In solchen Fällen reicht eine Belastbarkeit aus, die das Körpergewicht und kleinere Bewegungen aushält. Bei Übungen kommt zum gesamten Körpergewicht noch die dynamische Kraft der Bewegungen als Belastung hinzu. Für den sportlichen Einsatz und Kraftübungen ist daher ein Gymnastikball mit hoher Belastbarkeit zu empfehlen.

Zusätzliche Ausrüstung wie eine Ballpumpe oder eine Ballschale erleichtern das Aufpusten des Balls oder das Verstauen. Von untergeordneter Wichtigkeit, aber gerade für Kinder und für die eigene Motivation entscheidend ist das Aussehen des Gymnastikballs. Gymnastikbälle gibt es in unterschiedlichsten Farben und Tönen, sodass sie sich dem eigenen Stil anpassen.

Die richtige Größe eines Gymnastikballs

Als Richtlinie gilt für Gymnastikbälle, dass sie idealerweise kniehoch sind. Entsprechend der eigenen Körpergröße ist der richtige Gymnastikball auszuwählen. Die Größe eines Gymnastikballs wird mit seinem Durchmesser angegeben und reicht von 45 bis zu 95 Zentimetern. Die unterschiedlichen Maße sind in Zehnerschritten gestaffelt. Die größten Bälle eignen sich für Menschen ab einer Körpergröße von zwei Metern. Bei der Wahl der richtigen Abmessung helfen die Herstellerangaben weiter. Viele bieten Tabellen, um zur eigenen Größe den passenden Ball zu finden.

Für Sitzbälle kommen weitere Kriterien hinzu, um einen angenehmen Sitz sicherzustellen. Hier ist es wichtig, dass die Knie im Sitzen einen 90-Grad-Winkel erreichen. Bei Sitzbällen entscheidet nicht die Körpergröße über die passende Größe, sondern die Länge des Unterbeins. Die Anpassung an die Höhe des Unterschenkels hat das Ziel, Fehlhaltungen zu verhindern. Bei einer Länge des Unterschenkels von bis zu 37 Zentimetern empfiehlt sich beispielsweise ein Sitzball mit 45 Zentimetern Durchmesser. Bei einer Länge bis zu 47 Zentimetern ist ein Ball mit 55 Zentimetern besser und so geht es in Zehnerschritten weiter. Am besten ist es, bei der Entscheidung Probe zu sitzen.

Aus welchem Material bestehen Gymnastikbälle?

Gymnastikbälle bestehen üblicherweise aus Gummi und Kunststoff. Bei Kunststoff ist darauf zu achten, dass beispielsweise PVC mit Weichmachern versetzt sein kann. Diese Weichmacher schaden auf Dauer und durch Abrieb der Gesundheit. Dementsprechend ratsam ist es, die Herstellerangaben zu lesen und bei Bedarf Materialien wie Gummi zu wählen. Zu den teilweise schädlichen Weichmachern zählt beispielsweise Phthalat. Vor allem bei Schwangeren und Kindern sind phthalatfreie Gymnastikbälle ratsam. Bei Gymnastikbällen aus Gummi achten Latex-Allergiker am besten auf die Materialangaben, um allergische Reaktionen vorzubeugen.

Zusätzliche Verarbeitungen kennzeichnen bestimmte Gymnastikbälle als platzsicher. Sogenannte Anti-Burst-Systeme sind vor allem bei den sportlichen Bällen im Einsatz und für Schwangere zu empfehlen. Dabei sind die Gymnastikbälle so aufgebaut, dass sie nicht platzen. Reißt beispielsweise ein spitzer Gegenstand ein Loch in den Ball, entweicht die Luft aufgrund mehrerer Schichten langsamer. Dadurch reduziert sich die Unfallgefahr.

Die dehnbaren und elastischen Materialien führen dazu, dass ein Gymnastikball nach einer gewissen Zeit seine Form verliert oder spröde wird. Sofern Hersteller keine Angaben zur Haltbarkeit machen, ist es am besten, ihn nach zwei, drei Jahren auszutauschen. Bei der Wahl eines sicheren Gymnastikballs helfen das TÜV- und GS-Siegel. Das gilt vor allem im Hinblick auf die Zusammensetzung des Materials und der Reduzierung von Unfallgefahr durch das Platzen.