Schlauchboot Test 2020: Die besten im Vergleich

Wer gerne auf oder im Gewässer unterwegs ist, überlegt sich immer wieder neue Möglichkeiten, sich dort fortzubewegen. Im Folgenden steht das Thema Schlauchboot im Fokus. Nach einem kleinen geschichtlichen Überblick, wie es überhaupt zur Herstellung von Schlauchbooten kam, folgen eine Definition und die Mindeststandards, die erfüllt werden müssen, um ein Boot als Schlauchboot zu klassifizieren.

Im Anschluss stehen drei verschiedene Arten von Schlauchbooten im Mittelpunkt, welche aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen können. Wichtig ist es vor allem, die Maße seines Schlauchbootes genau zu kennen, um sich beispielsweise über die Kapazitäten innerhalb des Bootes bewusst zu sein.

Ebenso spielt der richtige Antrieb eine wichtige Rolle. Auch beim Beladen eines Schlauchbootes sollten keine Fehler passieren. Nach der Verwendung eines solchen Bootes sollte man zudem wissen, wie man es reinigen, warten und schließlich lagern kann. Vor der Nennung des notwendigen sowie möglichen Zubehörs wird noch beantwortet, wie man mit einem Schlauchboot am besten angeln kann. Abschließend gibt es einige weitere interessante Fakten zum Thema.

Unsere Empfehlung

Definition und Mindeststandards

Ein solches Schlauchboot hat einen Rumpf aus Schlauch oder wird damit außen umrundet. Während eines Einsatzes kommt Luft in die Außenhaut. Ein Schlauchboot hat ein geringeres Gewicht als ein klassisches Boot und weist außerdem eine Seitenstabilität auf.

Das führt unter anderem dazu, dass weder bei einer Veränderung der Geschwindigkeit noch der Richtung das Gleichgewicht in Gefahr ist. Ein Absinken ist fast nicht möglich. Um mit einem sicheren Schlauchboot unterwegs zu sein, sollten einige Kriterien erfüllt werden. So ist es wichtig, dass mehrere Luftkammern vorhanden sind. Des Weiteren benötigt das Boot Sicherheitsventile sowie ein umlaufendes Seil.

Arten eines Schlauchbootes

Aufblasbares Schlauchboot

Meistens benutzt man dieses Schlauchboot beim Baden, weshalb auch die Bezeichnung "Badeboot" dafür existiert. Manche Modelle sind mit einem festen Einlegeboden aus Holz oder Aluminium ausgestattet. Mit solchen kann man auch etwas längere Distanzen zurücklegen oder angeln.

Motorschlauchboote

Diese Boote sind entweder mit einem Außenbordmotor oder mit einem Innenbordmotor versehen. Dadurch können die Wasserfahrzeuge eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h erreichen. Selbst wenn der Motor nicht mehr funktioniert, ist es möglich, das Schlauchboot zu rudern oder zu segeln. Der Fahrer steuert das Boot vom Trageschlauch aus im Sitzen und gibt die Geschwindigkeit über die Pinne, einen Hebelarm, vor. Der Fahrer darf das Steuern aufgrund des Kraftaufwandes jedoch nicht unterschätzen. Erst mit viel Training und Erfahrung lassen sich Kursabweichungen konstant vermeiden.

Festrumpfschlauchboote

Bei einem Festrumpfschlauchboot besteht der Rumpf aus Kevlar, Aluminium oder aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Durch die häufig feste Integration des Rumpfes nimmt das Gewicht des Schlauchbootes ab, und die Auftriebseigenschaften verbessern sich somit. Auch die Luftschläuche sorgen für einen idealen Auftrieb, so dass ein Sinken unwahrscheinlich wird. Deshalb kommen solche Boote oft beispielsweise in der Antarktis oder bei Rettungsversuchen zum Einsatz.

Die Konstruktionen und Materialien eines Schlauchbootes

Kunststoff

Wenn ein Schlauchboot aus Kunststoff ist, sollte es maximal zum Baden dienen. Am besten entfernt man sich nicht weit vom Ufer damit oder verwendet es in einem abgegrenzten Pool. Kunststoffschlauchboote sind zwar meistens eher billig, aber gerade deshalb ist auch Vorsicht geboten. Es ist kein Problem, ein solches als Ersatz für eine Luftmatratze zu benutzen, aber für ernsthaftere Zwecke wäre der Einsatz eher gefährlich.

Neopren

Der Vorteil von Neopren ist, dass sich Wasser ideal abweisen lässt. Da die Boote zum Teil beispielsweise auf Kieselsteine oder Äste treffen können, ist es nicht möglich, nur Neopren zu nutzen. Aus diesem Grund arbeiten die Hersteller Neopren so ein, dass es nach außen hin nicht sichtbar ist und von anderen Materialien umhüllt wird.

Polyethylen

Boote aus Polyethylen ähneln optisch den echten Schlauchbooten, lassen sich aber so wie die Kunststoffboote nicht als solche einstufen. Bei manchen kleinen Booten ist der Rumpf zwar aus Polyethylen, aber letztendlich ist nichts aufblasbar oder entleerbar. Die Füllungen der Kammern sind gerade einmal aus Schaumstoff.

Gummi

Da es inzwischen bessere Möglichkeiten gibt, verwenden Produzenten Gummi nur noch selten für die Schläuche.

Polyvinylchlorid

Bei einem Schlauchboot aus PVC sollte man bedenken, dass das Boot maximal zehn Jahre lang halten wird. Dies liegt daran, dass sich die Stoffe, welche für die Stabilität sorgen, nach gewisser Zeit verflüchtigen werden. Da eindringende UV-Strahlen die Zerstörung begünstigen, empfiehlt es sich, sich damit nicht in unmittelbarer Sonne fortzubewegen.

Temperaturen, die 15 Grad Celsius überschreiten, sind kritisch für das Schlauchboot. Ebenso ist es hilfreich, so selten wie möglich mit einem solchen Boot zu starten. Insbesondere Umweltschützer sollten besser gänzlich auf ein Schlauchboot mit diesem Material verzichten, da es zu Kontaminationen im Wasser kommen kann.

Polyurethan

Eine Mischung aus Neopren und Polyurethan hat den Vorteil, dass ein guter Schutz vor den meisten Kollisionen gewährleistet ist. Jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein neuer Schlauch circa. die Hälfte einer Neuanschaffung eines ganzen Bootes kosten könnte. Deshalb lohnt es sich, das Schlauchboot nicht übertrieben häufig ins Wasser zu lassen, um die Lebensdauer des Geräts zu erhöhen. Generell kann man damit rechnen, dass ein Boot aus diesem Material ca. 15 Jahre funktionstüchtig sein wird.

Hypalon

Bei der Verwendung dieses Materials besteht das Schlauchboot häufig aus einer Mischung aus Neopren und Hypalon. Wenngleich eine Anschaffung recht teuer werden kann, lohnt sich die Investition. Denn in der Regel halten diese Boote auf Dauer.

Die Maße eines Schlauchbootes

Beim Kauf eines Schlauchbootes sollte man nie vergessen, auch Stauraum für Gepäck miteinzuplanen. Als Faustregel kann man damit rechnen, dass ein Boot mit einer Länge von drei Metern Platz für vier Personen hat, eines mit vier Metern Länge für sechs Personen und eines mit einer Länge von fünf Metern für acht Personen. Das Gewicht der Schlauchboote variiert zwischen zwei kg und 20 kg, wobei die schwereren mehr Stabilität aufweisen.

Der passende Antrieb

Manche Boote sind mit einer eigens dafür vorgesehenen Vorrichtung ausgestattet, die am Heck installiert ist. Um zu vermeiden, im Wasser zu landen, bietet sich das Anbringen eines Elektromotors an. Dieser ist zudem nicht laut. Die anderen Motoren haben auch den Nachteil, dass sie umweltschädlich sind, und Öl oder Benzin das Wasser verschmutzen könnte.

Jedoch sind Elektromotoren aufgrund der unterschiedlichen Schubkraft nur für ruhigere Gewässer gedacht. Wer auf einem See unterwegs ist, kann selbstverständlich auch klassisch, umweltfreundlich und sportlich mit Paddeln rudern. Sobald man sich aber in einem Fluss mit Strömung befindet, helfen die Paddel nicht mehr.

Führerschein

Des Weiteren ist darauf zu achten, dass nicht jeder jedes Schlauchboot einfach so bedienen darf. Bei Booten mit drei Metern und einem Motor mit fünf PS ist das Fahren ohne Führerschein möglich. Allerdings sollte man das auf keinen Fall kleineren Kindern überlassen.

Die Steuerung durch Jugendliche ist zwar denkbar, aber trotzdem ist die Anwesenheit mindestens eines Erwachsenen empfehlenswert. Längere Boote brauchen Motoren mit Leistungen zwischen 15 und 25 PS, so dass dann der Besitz eines Führerscheins notwendig ist. Eine Ausnahme gilt auf dem Rhein: Dort benötigt man bereits bei weniger als 15 PS einen Führerschein.

Beladen eines Schlauchbootes

Schlauchboote kippen auf der einen Seite weniger schnell als beispielsweise Kajaks, aber dafür sind sie sehr anfällig für Wind. Auf keinen Fall sollten die Beteiligten inklusive Gepäck das zugelassene Gesamtgewicht des Schlauchbootes überschreiten. Wichtig ist vor allem, das Boot erst ins Wasser zu lassen und dann mit dem Beladen zu beginnen.

Am Heck darf das Boot nicht zu schwer sein, um es nicht an geschmeidigem Vorankommen auf der Wasseroberfläche zu hindern. Das heißt auch, dass jemand mit mehr Körpergewicht sich an die Bugseite setzen sollte. So ist ein Kippen des Bootes nach hinten unwahrscheinlicher. Trotzdem darf insgesamt auch am Bug nicht zu viel Gewicht gelagert werden, um die Fahrgeschwindigkeit nicht zu verlangsamen.

Reinigung und Wartung eines Schlauchbootes

Reinigung

Am sinnvollsten ist es, das Boot nach jedem Benutzen mit Süßwasser zu reinigen. Wer es zusammenlegt, muss Schmutz und Sand zunächst entfernen und das Gefährt trocknen. Wasser, Seife und ein Schwamm genügen. Die äußere Schicht kann der Besitzer für eine längere Haltbarkeit bei Bedarf polieren und versiegeln. Wenn man chemische Mittel einsetzt, dürfen diese nicht zu aggressiv sein.

Denn es könnte zu Beschädigungen am Schlauchboot kommen. Je nach Art des Bootes sollte man bei qualitativ weniger hochwertigen vor jeder Verwendung und bei Freizeitbooten einmal pro Woche aufpumpen. Bessere Boote sollte der Verantwortliche einmal pro Monat mit neuer Luft füllen.

Identifikation eines Loches

Wer sein Schlauchboot reparieren möchte, muss zunächst feststellen, wo sich das Loch befindet. Dies findet man heraus, indem man das Boot zum Teil oder vollständig aufpumpt und auf die Oberfläche mit einem leichten Druck einwirkt. An der kaputten Stelle entweicht Luft, was man hören wird.

Wartung

Das Flickmaterial muss identisch sein mit dem Material des Bootes. Es gibt spezielle Kleber für Schlauchboote. Nun lässt sich die Größe des Flickens definieren und vorbereiten. Das Loch muss ganz verdeckt werden mit dem Flicken. Mit Sandpapier raut man den Abschnitt sowie die Ränder auf, bevor man den Kleber aufträgt. Dies muss wegen der Austrocknungsgefahr des Klebers zügig vonstattengehen.

Im Anschluss sollte man den Kleber circa 20 Minuten trocknen lassen, dann mit einer zweiten Schicht fortfahren. Nach fünf Minuten weiterer Zeit des Trocknens ist es möglich, den Flicken auf dem Loch anzubringen. Dazu sollte man eine Weile drücken, damit die Reparatur halten wird. Erst nach mindestens zwei weiteren Aushärtungstagen ist das Schlauchboot wieder einsatzbereit.

Lagerung eines Schlauchbootes

Wer sein Boot richtig lagert, sorgt für eine längere Haltbarkeit seines Fahrzeuges. Das bedeutet, dass der Besitzer oder Eigentümer es nach dem Benutzen und am Ende einer Saison leicht aufgeblasen lagern sollte. Denn auf diese Weise können sich keine Faltstellen oder Knicke bilden. Es bietet sich an, das Boot flach zu platzieren oder an die Wand zu lehnen. Die Schläuche müssen frei sein und dürfen zu Beginn des Lagerns keine Knicke aufweisen. Innerhalb einer Saison sollte man dem Boot den Boden entnehmen, um das Gewicht zu verkleinern.

Das Wasserfahrzeug sollte niemals in der Sonne stehen, weil dies die Schläuche zum Platzen bringen könnte. Idealer ist es, das Boot im Schatten zu lagern. Sobald man das Schlauchboot verpackt, darf es an keiner Stelle nass sein. Deshalb ist es auch ratsam, es vorher nochmals mit einem Handtuch abzutrocknen, um möglicher Schimmelbildung entgegenzuwirken.

Schlauchboot zum Angeln

Wer mit dem Boot zum Angeln fahren möchte, sollte am besten darauf achten, dass der Boden fest ist. Dafür eignet sich beispielsweise ein Aluminiumboden. So ist auch genügend Platz für die Angelausrüstung vorhanden.

Zubehör und Ausstattung

Boden

Je fester der Boden ist, desto eher ist es möglich, sich in Aktion auch einmal hinzustellen. Möchte man beispielsweise elektrische Geräte mitnehmen, lohnt sich ein Boot mit integrierter eingenähter Zubehörtasche. Ihr Material ist wasserabweisend.

Sitzgelegenheiten

Weiter sollte man den Sitzmöglichkeiten ausreichend Beachtung schenken. Denn es ist empfehlenswert, festen Sitzbänken im Vergleich zu aufblasbaren Sitzkissen den Vorzug zu geben. Ein Sitzkissen hat sowohl den Nachteil, dass es bei Wind schnell verschwinden kann als auch dass die Luft nach einiger Zeit abnimmt.

Paddel

Grundsätzlich ist es immer angebracht, Paddel mit im Boot zu führen, falls man manuell eingreifen muss. Dabei nützen Paddel, die aus Aluminium bestehen, mehr als welche aus Plastik. Denn Plastik ist eher zerbrechlich, während Aluminium stabiler und trotzdem nicht zu schwer ist. Außerdem sollten die Paddel so konstruiert sein, dass sie nicht sinken können, falls sie herausfallen.

Angeln

Wer das Boot speziell zum Angeln nutzen möchte, achtet idealerweise auf Angelhalterungen.

Grundausstattung

Immer sollten sich Schwimmwesten für jede mitfahrende Person auf dem Wasserfahrzeug befinden. Zusätzlich lohnt sich eine Ausstattung mit Halteleinen, Luftpumpen und Reparatursets.

Weitere interessante Fakten

Versicherung

Die übliche Haftpflichtversicherung reicht. Es bedarf keiner separaten Versicherung für das Boot.

Luftkammern

Mehr Luftkammern bedeutet mehr Sicherheit. Denn sobald es in einer Kammer ein Loch gibt, wirkt sich das dann nicht so negativ aus, da die anderen Kammern noch gefüllt sind. Am besten für die Luftkammern sind Bostonventile.

Kurzer geschichtlicher Überblick

Bereits in der Steinzeit waren Jäger sowie Fischer auf der Southampton-Insel mit selbst konstruierten Booten aus aufgeblasener Tierhaut unterwegs. Erst durch eine Entwicklung von Charles Goodyear, mittels derer es möglich war, Gummi zu stabilisieren, nämlich der Vulkanisierung, konnten Konstrukteure ab dem 19. Jahrhundert allmählich mehr Schlauchboote im heutigen Sinne herstellen.

Spätere Experimente, die aufblasbare Schwimmkörper beinhalteten, führten zu Booten mit Gummischläuchen. Diese hatten vier Luftkammern und somit eine passende Tragfähigkeit. Peter Halkett gilt als derjenige, der das erste offizielle Schlauchboot erfand. Wenngleich das Schlauchboot zum damaligen Zeitpunkt noch keinen großen Zuspruch erfuhr, änderte sich dies seit dem Untergang der Titanic.

Denn man bemerkte, dass Rettungsboote hilfreich sein konnten. Nachdem es möglich war, Gummi mit verschiedenen Materialien zu kombinieren, durften Seeleute die Boote ab 1930 auf Schiffen als Rettungsausstattung mitführen. Ab diesem Zeitpunkt kam es immer wieder zu technischen Verbesserungen.

Fazit zum Schlauchboot

Will man sich ein Schlauchboot kaufen, ist die wichtigste Frage, was man damit vorhat. Geht es um eine kleinere Freizeitbeschäftigung mit Kindern in näherer Umgebung, reicht ein billigeres Boot ohne Höchstqualität. Möchte man damit jedoch einen weiteren Weg zurücklegen oder zum Angeln, ist es umso wichtiger, auf ansprechende Standards zu bestehen. Unabhängig vom Bootstypen ist eine regelmäßige Reinigung unabdingbar, um die Lebensdauer des Geräts nicht zu senken. Und letztlich ist daran zu denken, das Schlauchboot korrekt zu beladen.