Aufblasbares Kajak: Test & Vergleich 11/2021

Ein aufblasbares Kajak lässt sich vielseitig nutzen: zum Paddeln über den See, für Wandertouren oder einfach zum Relaxen. Dabei können hochwertige Modelle durchaus mit so manchem Festrumpfkajak mithalten.

Doch was zeichnet gute aufblasbare Kajaks aus? Für wirklich ungetrübten Wassersport sollten Käufer auf ein paar Punkte achten. Welche das sind, verrät dieser Test Ratgeber!

Praktisches Inflatable für Sport und Spaß

Ein aufblasbares Kajak oder auch Inflatable sieht genauso aus wie ein Festrumpfkajak: Man sitzt etwas tiefer, bei mehreren Personen direkt hintereinander, und blickt in Fahrtrichtung.

Der Antrieb erfolgt mit einem Doppelpaddel. Doch hinter dem aufblasbaren Modell steckt das Prinzip Luftmatratze: Es muss vor Benutzung aufgeblasen werden.

Anders als eine normale Luftmatratze kann das Kajak aber anschließend richtig hart sein, wie sich im Test zeigte.

Luftdruck, Form und Material der Außenhaut entscheiden darüber, wie flink und wendig es im Wasser ist.

Nach Benutzung lässt es sich bequem zu einem Bruchteil seiner normalen Größe zusammenfalten.

Das erleichtert den Transport, weshalb für dieses Boot kein Auto oder Bootswagen notwendig ist.

Wann ist ein aufblasbares Kajak nützlich?

Seine Eigenschaften machen es überaus flexibel: Es lässt sich bei ruhigem Wasser ebenso nutzen wie bei Wildwasser.

Ob glatter See oder eine lange Tour über verzweigte Flüsse, selbst an der Küste kann das Kajak gute Dienste leisten.

Weil es nicht viel wiegt, lassen sich auch Hindernisse damit leicht überwinden. Deshalb wächst seine Beliebtheit stetig.

Freizeitsportler nutzen es für das Wasserwandern, für Erkundungen im Urlaub oder für den Badespaß am See mit der ganzen Familie.

Vorteile:

  • Lagerung: spart Platz
  • Hindernisse überwinden: leicht
  • Gute Fahrt: kippstabil
  • Schont das Budget: preiswerte Ausflüge in die Natur
  • Rucksacktransport: kompakt
  • Schneller einsatzbereit als ein Faltkajak.

Arten von aufblasbaren Kajaks und wofür sie sich eignen

Sit-inside / Sit-on-Top

Das Sit-inside ist die verbreitetste Form von Kajaks, darin sitzen Paddler sehr tief. Diese Boote liegen besonders sicher im Wasser.

Sie eignen sich für ruhiges Fahren, auch für längere Touren. Sit-on-Top hingegen sind anders gebaut: Paddler sitzen nicht verdeckt, sondern offen, also obenauf.

Die Bootsränder liegen auch tiefer, die Beine der Paddler sind frei. Hier wird stets etwas Wasser das offene Boot überspülen, zudem lässt sich damit schwerer manövrieren.

Längere Strecken werden damit anstrengend. Sind sie dennoch geplant, sollten sie eher in ruhige Gewässer führen.

Wildwasserkajak / Seekajak

Gewässer unterscheiden sich, was bestimmte Fahreigenschaften verlangt. Für einige Gewässerarten gibt es daher spezielle Kajaks.

So braucht Wildwasser mehrere Öffnungen, weil das Boot permanent Wasser aufnimmt und dies auch wieder abgeben muss.

Hingegen muss es nicht unbedingt gut geradeaus fahren, weshalb hier eine Finne fehlt. Dadurch wird es auch wendiger.

Wasserdichter Stauraum erlaubt das Mitführen von Proviant und weiterer Ausrüstung. Seetaugliche Kajaks hingegen sind länger und schmal.

Dadurch können sie mehr Fahrt aufnehmen. Sie erlauben aber auch, Wellen zu queren, ohne gleich umzukippen. Wassereintritt ist unerwünscht, weshalb diese Boote höhere Seitenwände besitzen.

Geschlossen / offen

Diese Art unterscheidet sich nach dem Verdeck. Beim geschlossenen Kajak verhindert ein Spritzschutz das Eindringen von Wasser.

Er kann fest verbaut oder abnehmbar sein, immer aber weist er Sitzluken für die Paddler auf. Legt man dort noch eine Spritzschürze an, bleibt das Wasser komplett draußen.

Dies kann im Winter sehr hilfreich sein. Im Test zeigte sich aber, dass offene Kajaks auch sinnvoll sein können: Mit der ganzen Familie und in der warmen Jahreszeit lässt sich damit viel Spaß haben. Das Einsteigen ist nicht ganz so kompliziert und die Sitze lassen sich flexibler montieren.

Größe nach Personenzahl

Nach Personenzahl unterscheidet man beim Schlauchkajak Einer, Zweier oder auch Dreier. Vierer sind selten, kamen im Test aber auch vor.

Die Frage nach der passenden Größe ist wichtig, damit es später nicht zu Streit kommt. Allein fährt es sich oft besser, weil die nötige Synchronisation des Paddelns wegfällt.

Möchte man aber nicht gleich zwei Boote kaufen, sollten Paare oder ein Elternteil mit Kind zum Zweier greifen.

Dreier eignen sich gut für Familien oder auch Touren mit Freunden. Es sollte allerdings stets genug Platz für Gepäck bleiben.

Wer viel Gepäck auf eine sehr lange Tour mitnehmen möchte, ist vielleicht mit einem größeren Modell besser beraten.

Maximale Traglast

Darunter versteht man die Zahl der Kilos, die solch ein aufblasbares Kajak tragen kann. Je nach Größe des Bootes sind das bis zu 300 Kilogramm.

Zur maximalen Traglast zählen nicht nur die Personen, die das Kajak nutzen werden. Kommt Ausrüstung hinzu, muss auch sie einberechnet werden, was im Test oft vergessen wurde.

Bei Angelzeug etwa kommt noch einmal bis 5 Kilogramm hinzu. Dennoch rechnet man immer ein wenig mehr, damit das Kajak noch gut fährt - und aus Sicherheitsgründen!

Tipp: Paddeln ist eine sportliche, aber auch nasse Angelegenheit. Wer im Winter fährt und darum viel anhat, darf das Gewicht der nassen Kleidung nicht unterschätzen.

Im Test zeigte sich, dass dies oft vergessen wird. Nasse Kleidung kann mehrere Kilogramm wiegen!

Maße: Welchen Einfluss haben sie auf die Fahreigenschaften?

Je nach Größe kann auch solch ein Kajak sehr lang sein. Bis zu vier Meter messen die längeren davon. Ist das Kajak lang und schmal, bewegt es sich bei gleichem Kraftaufwand rascher durch das Wasser.

Ist es hingegen breiter und kürzer, ist es besonders kippstabil. Anfänger und Freizeitpaddler werden zunächst ein sicheres Modell bevorzugen. Ambitioniertere Paddler hingegen sollten sich gleich nach einem schnittigen Modell umsehen.

Eigengewicht

Weil ein aufblasbares Kajak häufig auf dem Rücken durch die Gegend transportiert wird, ist das Gewicht zentral.

Je nach Größe kann das Boot bis zu 20 Kilogramm wiegen, was sich beim Tragen bemerkbar macht. Leichtere Kajaks wiegen um 10 Kilogramm, Einer noch weniger.

Wer ganz ohne Auto auskommen möchte, sollte darauf achten, dass sein Kajak nicht zu schwer ist.

Material

Für den normalen Badespaß reicht PVC vollkommen aus. Es ist robust und lässt sich gut flicken. Neuere Boote nutzen Polyurethan, das ist jedoch teurer und weniger leicht auszubessern.

Häufig ist das aber auch nicht nötig, da Polyurethan sehr gut punktuellen Belastungen standhält. Hochwertige Boote ummanteln die Luft im Innern der Kammer mit einer Extrahülle aus Polyester oder Nylon.

Damit verfügt das Boot über zwei Hüllen, was es wesentlich widerstandsfähiger macht. Ein Problem ist allerdings damit verbunden: Diese Boote trocknen weniger rasch, wie jeder Praxis Test erweist.

Ein Test zum Material: Lässt sich die Hülle in voll aufgepumptem Zustand leicht mit der Hand eindrücken? Je weniger die Haut nachgibt, desto höher ist die Qualität des Bootes.

Warum ist der Luftdruck so wichtig?

Der Luftdruck beeinflusst ebenfalls die Fahreigenschaften des Kajaks. Als einfache Faustregel gilt: Je mehr Luft, desto besser fährt das Boot.

Hoher Luftdruck macht ein aufblasbares Kajak nämlich härter. Wenn nur 0,1 bar eingefüllt werden dürfen, handelt es sich um ein Spaßkajak, das nicht besonders gut aufgepumpt werden kann.

Im Praxis Test erwiesen sie sich als ungeeignet für längere Touren. Gute Modelle gehen bis 0,3 bar, mit Drop-Stitch weit mehr. An der maximalen Zahl für den Luftdruck lässt sich also erkennen, wie hochwertig das Kajak ist.

Zubehör

  • Reparaturset
  • Sitze
  • Luftpumpe
  • Paddel

optional:

  • Finne: verbessert die Spurtreue.
  • Spritzschutz: macht aus einem offenen Kajak ein geschlossenes.
  • Spritzschürze: Extra-Schutz gegen Spritzwasser.
  • Angelrutenhalter: Anglerbedarf.
  • Paddelhalter: zum bequemen Einhängen der Paddel.

Was heißt Drop Stitch?

Diese neue Technologie ermöglicht es, den Luftdruck über 0,3 bar hinauszutreiben. Und zwar ohne dass die Haut platzt: Mit speziellen Nähten entstehen Hochdruckluftkammern.

Das macht sie steifer als weniger gut mit Luft gefüllte Kammern. Bei SUP kommt diese Technologie bereits länger zum Einsatz.

Mit dieser Technologie erwiesen sich aufblasbare Kajaks im Test als wesentlich härter als herkömmliche Schlauchkajaks.

Drop-Stitch bezieht sich aber nur auf den Boden. Das hilft nicht nur bei guter Fahrt, sondern auch beim Zusteigen.

Besonders geeignet ist Drop-Stitch für ruhige Gewässer, im Wildwasser hat es sich noch nicht durchgesetzt.

Welches aufblasbare Kajak für Familien?

Das hängt von der Größe der Familie ab. Einer fallen ganz weg, da das Kind mit mindestens einem Elternteil im Boot sitzen sollte.

Größere Kajaks haben oft die Bezeichnung 2 + 1, das heißt dann beide Eltern mit Kind. Man sieht es auch an der passenden Angabe der maximalen Tragkraft.

Eine vierköpfige Familie sollte aber lieber zu zwei Kajaks greifen. Besonders sicher sind Boote mit Drop-Stitch und breiten Seitenwänden.

Kunden Erfahrungen im Test: Worauf achten Käufer besonders?

  • schneller und leichter Aufbau
  • beständiges Material, Langlebigkeit
  • gute Verarbeitung, keine hervorstehenden Nähte

Wo kann man ein aufblasbares Kajak kaufen?

Ein Spezialgeschäft eignet sich gut, allerdings findet es sich nicht überall. Die beste Bezugsquelle ist daher der Online-Handel.

Kajaks in allen Preislagen finden sich auf den großen Kaufportalen oder direkt beim Hersteller. Um Fehlkäufe zu vermeiden, sollten vorher möglichst viele Test Berichte und Vergleiche studiert werden.

Wie viel kostet ein aufblasbares Kajak?

Je nach Hersteller, Größe und Ausstattung kostet ein Kajak unterschiedlich viel. Die Preisspanne reicht von unter hundert Euro bis in den vierstelligen Bereich. Je nach Anspruch kann es sich lohnen, etwas mehr auszugeben.

Übersicht: Mögliche Unterschiede zwischen teuer und günstig

  • Besseres Material, auch für die Paddel: langlebiger, robuster.
  • Höherer Luftdruck: ermöglicht bessere Fahrt.
  • Zusätzliche Verstärkungen: geben der Konstruktion mehr Halt.
  • Bessere Verarbeitung: für ungetrübten Wasserspaß.
  • Mehr Zubehör: für mehr Komfort.
  • Markenhersteller: bringen viel Erfahrung ein.

Bessere Fahreigenschaften kosten etwas mehr

Wer 1000 Euro für ein Kajak ausgeben kann, sollte ein aufblasbares Kajak in Erwägung ziehen. Hier findet sich für einen vergleichsweise günstigen Preis ein hochwertiges Boot mit vielen Extras.

So lässt sich mit Drop-Stitch die Steifigkeit derart erhöhen, dass sie einem Festrumpf zumindest nahe kommt.

Außerdem punkten diese Top-Kajaks mit einer sehr schnittigen Form, was in jedem Test positiv erwähnt wird.

Würde man ähnliche Ansprüche bei einem Faltboot einbringen, müsste man ein Vielfaches bezahlen.

Günstigere Schlauchkajaks sind ebenfalls robust, fahren sich nur ein wenig behäbiger. Das kann für einfache Spaßtouren vollkommen reichen.

Wie pumpt man das Kajak auf?

Eine Fußluftpumpe hat sich bewährt. Von Hand geht zwar auch, kann aber je nach Größe sehr anstrengend sein.

Immerhin müssen mehrere Kammern mit Luft gefüllt werden. Zudem ist ein bestimmter Luftdruck unabdingbar, sonst fährt das Kanu schlecht.

Überaus bequem sind daher elektrische Luftpumpen. Viele Modelle bringen eine Luftpumpe als Zubehör bereits mit.

Wie lagert man ein aufblasbares Kajak richtig?

Zur Lagerung reicht es, das trockene Kajak zusammenzufalten. In diesem Zustand lässt es sich mit Hülle überall lagern.

Weil es so handlich ist, passt es in eine Ecke. Dort sollte es aber nicht zu kalt und nicht zu feucht werden. Zudem sollte nach jeder Nutzung das Boot gut abgespült werden, auch nach der Fahrt durch Süßwasser.

So entfernt man möglicherweise anhaftende Bakterien und Keime. Anschließend muss es vollständig trocknen, bevor es zusammengepackt wird.

Auch zu großer Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung sollte es bei der Lagerung nicht ausgesetzt sein.

Wie sicher fährt sich ein aufblasbares Kajak?

Jeder Paddler wird im Test bestätigen: Schlauchkajaks fahren sich deutlich sicherer als Festrumpfkajaks.

Sie kentern nämlich weniger leicht, was an ihrer Bauweise und der enthaltenen Luft liegt. Zudem nutzen fast alle modernen Schlauchboote mehrere Kammern: Neben einer Bodenkammer gibt es noch die beiden Seitenkammern.

Ein Loch während der Fahrt ist also nicht schlimm. So bleiben kann es natürlich nicht: Flickzeug hilft, die angefangene Tour ruhig zu beenden.

Geschwindigkeit

Je länger und schnittiger die Form ist, desto schneller fährt sich das Boot. Durchschnittswerte von bis zu 5 km/h sind üblich, mehr schaffen nur die Top-Modelle. Haben diese zusätzlich noch einen Rahmen, sind bis zu 7 km/h realistisch.

Sitzkomfort

Der Sitz in einem aufblasbaren Kajak ist überaus bequem. Man sitzt weicher und ist vor Kälte besser geschützt.

Einziges Problem dabei, der Sitz kann manchmal etwas zu weich sein und sich nach hinten durchbiegen. Bei gleicher Breite ist ein Schlauchkajak zudem weniger geräumig als ein Festrumpfboot.

Grund sind die Luftkammern, die etwas Platz vom Inneren wegnehmen. Die Beinfreiheit beeinträchtigt dies aber nur wenig.

Sie hängt mehr von der Gesamtlänge ab. Wer es hier großzügiger mag, sollte sich die hochwertigeren Modelle ansehen. Sie sind oft bis zu ein Meter länger als vergleichbare günstige Kajaks.

Tipp: Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, kauft einfach eine Nummer größer. Viele Menschen paddeln allein in einem Zweier - weil sie dann mehr Platz haben! Voraussetzung: Der Sitz sollte flexibel anzubringen sein.

Worauf man beim Kauf achten sollte

Unabhängig vom Zweck der Nutzung ergeben sich daraus ein paar Punkte, die im Test sehr wichtig waren. Wer sich ein aufblasbares Kajak anschaffen möchte, sollte sie vor dem Kauf bedenken:

  • Art des Gewässers? Daraus resultiert die Form des Kajaks.
  • Für wie viel Personen? Einer, Zweier oder Dreier?
  • Mit oder ohne Finne? Sie verbessert die Spurtreue des Bootes, ist aber nicht immer nötig.
  • Gewicht sollte möglichst klein sein.
  • Passt die maximale Traglast zur gewünschten Personenzahl?
  • Luftdruck: Je höher, desto besser fährt es sich.
  • Welches Zubehör ist enthalten?
  • Maße: Ist das Kajak schmal oder eher breit? Daraus ergibt sich die Fahreigenschaft.
  • Mit Drop-Stitch: ermöglicht höhere Geschwindigkeit.
  • Wie soll der Boden aussehen: V-förmig, rund oder flach? Flach kentert seltener. V-förmig fährt schneller. Kompromiss ist rund.

Fazit

Ein aufblasbares Kajak macht Spaß: Heutige Modelle sind fast so gut wie Festrumpfboote. Wer sich dafür entscheidet, fährt später ein tolles Boot, das vielen Belastungen standhält.

Je nach Ausstattung kann es richtig schnell fahren. Aufgrund der Luftkammern liegt es gut im Wasser und fährt sich sehr sicher.

Zudem lässt es sich leicht transportieren. All das macht es zum idealen Begleiter für den Urlaub wie auch für Spaß am heimischen Sandstrand.

Wer etwas mehr ausgibt, bekommt ein Spitzenmodell mit vielen Extras und verbesserten Fahreigenschaften.

Kommt es mal hart auf hart und man berührt den Grund, lassen sich viele Modelle ganz einfach flicken.